Excel-Buchhaltung ist nicht ordnungsgemäß

Immer wieder werde ich von Unternehmern mit der Frage nach einer Buchhaltung in Excel konfrontiert. Man wäre ja nicht buchführungspflichtig lautet das Argument.

Sorry Leute, das geht so nicht. Erstens meint die Abgabenordnung mit Buchführungspflicht die Bilanzierung. Der Begriff geht also an der Buchhaltung für Kleinstunternehmen vorbei. Zweitens erkennt das Finanzamt keinerlei Buchhaltungsunterlagen (wie Kassenbuch, Fahrtenbuch oder etwas anderes) mit Excel erstelltes an, mit der Begründung, daß diese Tabellen ja jederzeit geändert werden können. Kassenbücher und Fahrtenbücher müssen daher immer handschriftlich verfaßt werden.

Na und? Bekomme ich oft als Antwort. Hmmm, das kann einem Steuerpflichtigen egal sein, sofern er/sie nicht geprüft wird. Ein Steuerprüfer wird dann mal schnell die komplette Buchhaltung verwerfen und anfangen zu Schätzen. Was bei der Schätzung raus kommt ist aber selten im Sinne des Unternehmers.

Bleibt also prinzipiell nur die Buchhaltung beim Steuerberater oder mit einem Buchhaltungsprogramm. Wer seine Buchhaltung mit einem Programm auf dem eigenen Rechner erledigt, sollte bitte darauf achten, daß das Programm in der Lage ist „GdPdU“-Daten (Steuerprüfungsdaten) auszugeben. Natürlich sollten die Daten auch gesichert werden, da diese ja mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden müssen! Auch das Programm muß dann noch funktionstüchtig sein. „GdPdU“ ist deshalb wichtig, da Steuerprüfer die elektronische Lieferung der Buchungsdaten verlagen können (laut Abgabenordnung). Ist das nicht möglich, darf der Steuerprüfer wieder verwerfen und schätzen.

von Stefan Scholz, 02.04.2014

eBook: Buchhaltung – Einstieg für Gründer und Selbständige

Es ist so weit! Mein neues eBook ist bei amazon verfügbar.

Ziel ist es einen Überblick über die praktische Vorgehensweise zur Buchhaltung zu geben.

  • Wie organisiere ich meine Belegablage?
  • Welche Steuerarten sind für mich relevant?
  • Was muß ich bei Gewerbeanmeldung und Buchhaltung beachten?
  • Praxisorientierte Tips und Tricks

Mein Buch enthält KEINE Anleitung Soll und Haben auseinander zu halten, oder sonstigen Lehrinhalte zur Buchhaltung an sich. Da gibt es schon genügend Bücher. Aus diesen wird aber meist nicht klar, wie man das denn bitteschön umsetzen soll oder kann.

 

von Stefan Scholz, 22.10.2013

Gewerbe oder Freiberuf?

Ein weiterer Ausschnitt aus meinem neuen Buch:

㤠18 Einkommensteuergesetz definiert wer Freiberufler ist. Alle zutreffenden Berufe und Berufsgruppen, die hier genannt sind, sind Freiberufler. Wer hier nicht drin ist: schade, schade, schade. Die sind Gewerbetreibende.
Freiberufler haben diverse Privilegien. Einerseits zahlen diese keine Gewebesteuer, andererseits dürfen sie unabhängig von Umsatz und Gewinn immer eine Einnahmen-Überschuß-Rechnung durchführen. Das bringt eine einfachere Verwaltung im Unternehmen mit sich. Gewerbetreibende sind da also gekniffen. Damit wären wir dann bei der Abgabenordnung. In der steht nämlich beispielsweise ab wann Gewerbetreibende eine Bilanz aufstellen müssen.

Bei genauerer Betrachtung macht die Unterscheidung zwischen Freiberuf und Gewerbe in der Praxis erhebliche Probleme. Beispielsweise muß ein Baugutachter Ingenieur sein und daher ist seine Gutachtertätigkeit dem Freiberuf zuzuordnen. Ein Kfz-Gutachter muss „nur“ den Meisterbrief haben. Da da kein Studium dahinter steht wird der Kfz-Gutachter als Gewerbetreibender angesehen. Das Unsinnige dabei ist, daß sie beide der gleichen Tätigkeit nachgehen. Sie sehen sich etwas an, machen Fotos und schreiben darüber etwas.
Ähnlich seltsam sind die Handhabungen bei Unternehmensberatern und Coaches. Das sind nicht mal geschützte Berufe. Trotzdem werden diese im Regelfall vom Finanzamt als Freiberufler anerkannt. “

Stefan Scholz, 03.06.2013